Waldorfschulen brauchen gut ausgebildete Geschäftsführer
Eine kleine, aber feine Trainee-Ausbildung bietet mehr als Zahlenjonglage

von Alexa Pelzer

Seitdem ich Anfang Mai 2013 mit der einjährigen Trainee-Ausbildung zur Geschäftsführerin an Waldorfschulen begonnen habe, verstehe ich noch besser, was es bedeutet, selbst verantwortet zu lernen.
Die Ausbildung von Michael Harslem konzipiert und von 2001-2006 als Pilotprojekt von der Software-AG Stiftung unterstützt, gliedert sich in drei Abschnitte von jeweils vier Monaten, in denen man an drei verschiedenen Schulen in der Geschäftsführung mitarbeitet. Diese Schulen sollen sich wegen der unterschiedlichen Rechtslage in drei verschiedenen Bundesländern befinden.
Da nach dem Auslaufen des Pilotprojektes weder der Bund der Freien Waldorfschulen noch die Landesarbeitsgemeinschaften diese Geschäftsführer-Trainee-Ausbildung weiterführen wollten, haben wir es im Rahmen der »Lehrerbildung in der Praxis« (LIP) in Niedersachsen-Bremen ermöglicht, dass die Geschäftsführer-Trainees hier an den Modulen teilnehmen können. Dadurch ist der Rahmen für die Erarbeitung der Grundlagen des Erwachsenenlernens gegeben.

Diese orientieren sich sowohl inhaltlich als auch methodisch stark an den Erfahrungen der Teilnehmer sind sehr praxisbezogen.
Aber auch die theoretischen Aspekte kommen nicht zu kurz. Es wird beispielsweise zu Themen wie Dynamische Urteilsbildung, Portfolio, Transaktionsanalyse, Praxisforschung und Selbstmanagement gearbeitet. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Module sind auch verschiedene sozialkünstlerische Übungen sowie die Betrachtung der Biographien von Teilnehmern.
Während der gesamten Ausbildung dokumentieren die Trainees fortlaufend ihren eigenen Lernbedarf und dessen Entwicklung. Sie führen ein Lerntagebuch sowie regelmäßig Ausbildungsgespräche mit ihrem jeweiligen Ausbildungsbegleiter. Die Ausbildung endet mit einer mündlichen Prüfung, zu der die Auszubildenden ein Prozess-Portfolio vorlegen.

 

 

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