Zur Qualität der Lehrerbildung in der Praxis gehört die Ausbildung der Ausbildungsbegleiter. Die ersten 24 potentiellen Ausbildungsbegleiter begannen im Frühjahr 2004 mit ihrem Programm.

Dauer der Ausbildung

Erfahrene Waldorflehrer, die von ihrer Schule vorgeschlagen werden, müssen 12 Module durchlaufen, um Ausbildungsbegleiter zu werden. Das dauert mindestens drei Jahre. Die Erfahrung zeigt, dass nicht jeder an jedem Modul teilnehmen kann, so dass die Ausbildungsdauer sich in der Regel verlängert. Außerdem gehört zur Ausbildung die erfolgreiche Begleitung eines Lehrer-Trainees bis zum Abschluss. Am Ende steht auch für die Ausbildungsbegleiter ein Portfolio und eine Abschlussprüfung.

Curriculum
Die Module dauern zwischen einem und sieben Tagen. Themen sind zum Beispiel:

  • Lernen und Erwachsenenlernen
  • Menschenkundliche Fragen
  • Persönlichkeitsentwicklung, Schulungsweg
  • Anthroposophische Themen
  • Kommunikation, Gesprächsführung
  • Gruppendynamik, psychologische Grundlagen
  • Teamfähigkeit, Führung, Konflikt,
  • Hospitation, Supervision bzw. Intervision
  • Organisationsentwicklung
  • Selbstverwaltung
  • Strukturfragen


Kriterien zur Selbsteinschätzung

Wir haben Ergebnisse formuliert, die auch als Kriterien zur Selbsteinschätzung
verwendet werden können, wenn man überlegt, ob man sich dieser Aufgabe widmen möchte. Ein qualifizierter Ausbildungsbegleiter soll demnach...

  • den Lehrer- Trainee als selbstständigen und selbstverantwortlichen Menschen respektieren können,
  • Stärken, Schwächen und Entwicklungen wahrnehmen,
  • Lernbedarf erkennen und selbstverantwortliche Lernprozesse anregen können,
  • den eigenen und andere Lerntypen kennen,
  • angemessene Methoden der Hospitation lernen und anwenden,
  • mit dem Lehrer-Trainee methodische Ansätze zur Erarbeitung der Anthroposophie entwickeln,
  • im Bereich der Kommunikation und Gesprächsführung kompetent sein (z. B. Empathie, Feedback, Gesprächsführung),
  • psychologische Grundmechanismen kennen wie z. B. Projektion, Übertragung- Gegenübertragung, Transaktionsanalyse,
  • Konflikte erkennen, diagnostizieren, anfänglich bearbeiten können und die Grenzen der eigenen Konfliktbearbeitungskapazität kennen,
  • in künstlerischer Tätigkeit die eigene Phantasie und Beweglichkeit üben,
  • durch Biografiearbeit kompetenter werden im Hinblick auf Entwicklungsgesetzmäßigkeiten und Lebensfragen,
  • die Methode der Praxisforschung in der Anwendung beherrschen, insbesondere geeignete Formen der Dokumentation, der Auswertung und des Portfolios kennen und nutzen bzw. anregen können.

Zusätzliche Informationen